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Akzidenzschrift
Typographischer Terminus aus der Periode des materiellen Schriftsatzes für eine Handsatzschrift, in der Regel aus Holz, Blei, Kupfer oder Messing, die nicht als Brotschrift bestimmt war. Semantisch von Akzidenzen. Etymologisch von » Accidenz « zu » Akzidenz « für » etwas Zufälliges, nicht zum Wesen Gehörendes «; entlehnt aus dem lateinischen » accidentia « für » Zufall «. Akzidenzschriften wurden insbesondere für Akzidenzen, also wirkungsvoll gestaltete Drucke, wie beispielsweise für Zeitungsköpfe, Werbeanzeigen, Geschäfts- oder Privatdrucksachen benutzt. Akzidenzdrucksachen wurden in der Regel von Akzidenzsetzern gestaltet.
Akzidenzschriften wurden überwiegend von Schriftgiessereien entworfen, geschnitten und verkauft. Eine Klassifikation von Akzidenzschriften existierte nicht. Oftmals wurden auch Polytypen, Vignetten, Einfassungen, Silhouetten-Initialen, Asseré- und- Accidenz-Linien in Schriftzugbahnen, Schmuckstücke und sonstige Schreibschrift-Züge als Akzidenzschriften vertrieben.
Akzidenzschriften wurden nach Stückzahl, Meterware und, wie auch Brotschriften, nach Gewicht verkauft. Sie wurden in den Verlags- und Zeitungsdruckereien aufgrund ihres monitären Mehr-Wertes grundsätzlich von den Buch- und Zeitungsschriften getrennt im Akzidenzsatz aufbewahrt und von den Akzidenzsetzern besonders gepflegt.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 23.08.2006
von Wolfgang Beinert
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