Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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DIN-, ISO- und OCR-Schriften
Zertifizierte Bildschirm-, Gravur- und Druckschriften

DIN-, ISO- und OCR-Schriften sind frei skalierbare Normschriften im TrueType-, PostScript und ASCII-Format, die in Deutschland durch das » Deutsche Institut für Normung « (DIN) und weltweit durch die » International Organization for Standardization « (ISO) in ihrer Typometrie genormt bzw. zertifiziert sind. OCR-Schriften sind genormte, stark stilisierte, maschinenlesbare Schriften, wie sie beispielsweise in Scheckformularen, Personalausweisen oder ID-Cards zu finden sind. OCR ist ein Kürzel für » Optical Character Recognition «, was im Deutschen soviel wie » Optische Zeichenerkennung « bedeutet.

DIN-, ISO- und OCR-Schriften werden für bestimme Schriftsatzarbeiten benötigt, z.B. für Gravuren, für die Beschriftung technischer und industrieller Erzeugnisse (z.B. Tasten und Tastaturen), technische Dokumentationen, optische Interfaces (Benutzeroberflächen, HTML-Texte) oder Scheckformulare, die einem deutschen, europäischen oder weltweiten Vereinheitlichungsstandard (Norm) in der Datenkommunikation genügen müssen.

Zu den zertifizierten DIN-, ISO- und OCR-Schriften bzw. Zeichensätzen gehören u.a.:

  1. Serifenlose Engschrift, Engschrift Alternative, Mittelschrift und Mittelschrift Alternative nach DIN 1451.
  2. Serifenlose Verkehrsschrift nach DIN 1451-2.
  3. Akzidenz-Grotesk, Akzidenz-Grotesk-Buch, Helvetica, Edel-Grotesk nach DIN 1451-3.
  4. Serifenlose Schablonenschrift für Gravuren und andere Verfahren nach DIN 1451-4.
  5. Neuzeit Grotesk Light und Neuzeit Grotesk Bold Condensed nach DIN 30640.
  6. Serifenlose ISO-Schrift nach DIN 6776.
  7. OCR A und OCR A Alternate nach DIN 66008.
  8. OCR B und OCR B Alternate nach DIN 66009.
  9. HTML- und ASCII-Zeichensätze nach ISO 8859: ISO 8859-1 (Latin-1) Westeuropa, ISO 8859-2 (Latin-2) Slawisch mit lateinischer Schrift, Rumänisch und Ungarisch, ISO 8859-3 (Latin-3) Türkisch I, ISO 8859-4 (Latin-4) Baltische Sprachen, ISO 8859-5 Kyrillisch, ISO 8859-6 Arabisch, ISO 8859-7 Neugriechisch, ISO 8859-8 Hebräisch, ISO 8859-9 (Latin-5) Türkisch II, ISO 8859-10 (Latin-6) Grönländisch (Inuit) und Lappisch (Sami).


[T] In der International Organization for Standardization sind weltweit die führenden Normungsbehörden und Standardisierungsorganisationen zusammengeschlossen. Deutschland wird in der ISO durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) vertreten.
[T] Da es unterschiedliche Normen und Zertifikate gibt, sollte unbedingt vor Beginn eines Gestaltungsauftrags die exakte Zertifizierung mit dem Auftraggeber abgesprochen werden (DIN-, ISO- oder OCR-Zertifizierung). Merke: DIN-Schrift ist nicht gleich DIN-Schrift.
[T] Der wohl wichtigste Standard der ISO im Bereich Datenkommunikation ist das OSI-Schichtenmodell der » Open Systems Interconnection «.
[T] Die ISO 8859 – eine Familie von standardisierten Zeichensätzen für alphabetische Schriften – wird vom European Computer Manufacturer's Association (ECMA) entwickelt.
[L] Deutsche Institut für Normung (DIN) unter www2.din.de.


Aufsatz zuletzt bearbeitet am 31.10.2008
von
Wolfgang Beinert




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Quelle: © Wolfgang Beinert, Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie
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