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Glyphe
Typographischer und sprachwissenschaftlicher Terminus für ein Graphem, das innerhalb eines Schriftstils in unterschiedlichen Gestaltungsvarianten vorliegt. Allograph » Glypte «. Etymologisch aus dem altgr. » glyphein « für » eingraben, einschneiden « mit der Bedeutung » Vertiefung « oder » mit dem Meißel oder Stichel in Stein eingebrabenes Zeichen«.
In der lateinischen Schriftkultur sind Glyphen eine geschmäcklerische Komponente, im arabischen und asiatischen Kulturraum sind sie oft notwendig, weil sich hier das Aussehen eines Buchstabens mit seiner Position innerhalb eines Wortes oder Satzes ändern kann.
[T] In Schriftsatzprogrammen, beispielsweise Adobe InDesign ®, wird das gesamte Zeichenrepertoire missverständlich als » Glypen « bzw. » Glyphensatz « bezeichnet, welche(r) über eine Glyphen-Palette bearbeitet werden kann. Diese Begrifflichkeit wurde hier leider etwas zweckentfremdet und ist in vielen Fällen de facto falsch. Denn: Nur eine Formvariante eines Buchstabens wird in der Typographie als Glyphe bezeichnet.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 03.08.2006
von Wolfgang Beinert
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