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Kolumnentitel
Typographischer Terminus aus der Buchgestaltung für eine Seiten- und/oder Kapitelzahl mit und ohne beigefügtem Text einer Kolumne. Die Typographie unterscheidet zwischen » lebenden « und » toten « Kolumnentitel.
Der » Lebende Kolumnentitel « ist eine Seiten- oder Kapitelzahl mit beigefügtem Text, der auf den nachfolgenden Seiten seinen Inhalt ändert. Er kann beispielsweise aus Hauptüberschriften, Kapitelüberschriften, Untertiteln oder Rubrikentiteln etc. bestehen. In der traditionellen Buchgestaltung trägt die linke Buchseite den übergeordneten und die rechte Seite den untergeordneten Titel, wobei in der Regel der rechtsseitige Textinhalt häufiger gewechselt wird. Bei großformatigen Publikationen, z.B. bei Tischbüchern oder Geschäftsberichten, können lebende Kolumnentitel auch auf einer Hälfte einer Doppelseite auch zweizeilig typographiert werden. Bei Zeitschriften bzw. Magazinen steht heute der lebende Kolumnentitel auch oberhalb bzw. im Fußsteg, also am Seitenende. Außerhalb der traditionellen Buchgestaltung werden Seiten- oder Rubrikenzahl und Text auch voneinander getrennt. Lebende Kolumnentitel werden insbesondere in der wissenschaftlichen Literatur als zusätzliches Gliederungsmerkmal verwendet, u.a. in Verbindung mit Römischen Zahlen.
Unter » Toter Kolumnentitel « versteht die traditionelle Buchtypographie die Pagina, also die Seitenzahl eines Buches, wobei heute auch eine Seiten- oder Kapitelzahl mit beigefügtem Text so bezeichnet wird, der sich auf den nachfolgenden Seiten nicht ändert.
Der lebendige Kolumnentitel gehört in der traditionellen Buchgestaltung zum Satzspiegel, der tote Kolumnentitel nicht.
[L] Jost Hochuli, Bücher machen. Agfa Compugraphic
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 09.08.2006
von Wolfgang Beinert
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