Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Pagina

Terminus für die Seitenzahl eines Buches, eines Druckwerks oder einer Publikation. Etymologisch im 18. Jahrhundert aus dem lt. » paginare « für » abfassen, schreiben « zu » pagina « für » Blatt, Papier, Kolumne, Schrift oder Geschriebenes « entlehnt. In der traditionellen Buchgestaltung ist die Pagina Bestandteil des Kolumnentitels; steht die Pagina solitär, wird sie als » Toter Kolumnentitel « bezeichnet. Eine Pagina steht grundsätzlich außerhalb des Satzspiegels. bzw. in der bedruckten Fläche außerhalb des Register-Umbruchsystems.

Unter » paginieren « versteht die Typographie folglich, eine Seite, ein Druckwerk oder eine Publikation mit einer Seitenziffer bzw. mit Seitenzahlen zu versehen.

[T] Insbesondere in der wissenschaftlichen Literatur, bei Nachschlagewerken und Geschäftsberichten gehört eine deutlich lesbare Pagina in Verbindung mit einem übersichtlich strukturierten Inhaltsverzeichnis, einem Index oder detaillierten Sonderverzeichnissen (z.B. Namenverzeichnis, Glossar etc.) zu den Grundlagen der elementaren Benutzerführung.
[T] Vorsatzpapiere, Schmutztitel und Inhaltsverzeichnis werden nicht paginiert.
[T] Grundsätzlich ist für die Pagina kein Stand (außerhalb des Satzspiegels) vorgeschrieben. Paginas können somit frei positioniert werden, also im Kopfsteg, Außensteg,
Fußsteg, axial, linksbündig oder rechtsbündig stehen. Allerdings sollten alle Paginas innerhalb eines Druckwerks oder einer Publikation die gleichen Standkoordinaten aufweisen, wobei auf Doppelseiten der Paginastand in der Regel gekontert wird.
[T] Optimal für das Paginieren sind Arabische Ziffern. Römische Zahlen, Buchstaben oder Sonderzeichen sind als Paginas nicht geeignet.
[T] Der Stand der Pagina und die Wahl des Schriftstils gehören in das Segment der Makrotypographie. Die Wahl der exakten Schriftbezeichnung bzw. Bezugsquelle der Paginazeichen gehört in das Segment der Mikrotypographie.
[T] Moderne Schriftsatzprogramme (z.B. Adobe InDesign ®) können eine Publikation durchgehend automatisch paginieren, selbst wenn mit Vakatseiten gearbeitet wird.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 08.11.2008
von
Wolfgang Beinert




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Quelle: © Wolfgang Beinert, Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie
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