Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Satzbreite

Länge einer Textzeile; Zeilenbreite; Zeilenlänge; Breite einer Satzspalte; Breite einer
Kolumne. Im Segment der Lesetypographie ist die Satzbreite ausschlaggebend für die Lesbarkeit einer Schriftsatzarbeit. Sie wird in unterschiedlichen Maßeinheiten, in Wörtern oder in Anschlägen, also der Anzahl der Zeichen – inklusive Leerraumzeichen einer Zeile – gemessen. Die Satzbreite wird in einem Gestaltungsraster oder Satzspiegel dokumentiert.

[T] Zu lange Satzbreiten ermüden den Leser. Faustregel: Sobald nicht nur die Augen, sondern auch der Kopf beim Lesen einer Zeile bewegt werden muss, ist die Satzbreite zu lang. Dies gilt sowohl für Tisch- als auch für Handbücher.
[T] Binsenweisheiten wie » eine Satzbreite von 40 bis 70 Zeichen, 65 Anschläge oder bei wissenschaftlichen Texten bis 80 Zeichen seien optimal lesbar « sind in dieser Form nicht belegbar. Es ist dagegen wissenschaftlich nachgewiesen, dass wir Wortbilder und keine
Buchstaben lesen (Fixationen). In der klassischen Buchtypographie (z.B. Roman, gesetzt in einer Cicero im Stil einer Vorklassizistischen Antiqua) gilt deshalb eine Satzbreite von acht bis zwölf Wörtern als optimal lesbar.
[L]
Jan Tschichold: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie, Reprint im Maro Druck, ISBN 3-87512-403-0.

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 29.01.2007
von
Wolfgang Beinert




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Quelle: © Wolfgang Beinert, Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie
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