 |
Tabellenziffern
Typographischer Terminus für indo-arabischen Ziffern ohne variierende Oberlängen und ohne Unterlängen im Zweiliniensystem (Schriftlinien), die im Idealfall dicktengleich [1] sind. Auch als Majuskelziffern (Majuskel), Versalziffern (Versal) oder Normalziffern bezeichnet. Tabellenziffern wurden Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Prosperität von Akzidenzdrucksachen aus den Mediävalziffern entwickelt. Tabellenziffern eignen sich insbesondere für den Tabellenschriftsatz, beispielsweise für Bilanzen und GuV-Rechnungen. Tabellenziffern stehen auf der Grundlinie und enden an der H-Linie (Versalhöhe); sie suggerieren damit innerhalb von Zahlenreihen und Zahlenspalten ein ruhiges und harmonisches Zahlenschriftbild.
[1] Tabellenziffern befinden sich heute überwiegend im normalen Schriftstil, wobei diese in der Regel dicktenindividuelle (Proportionalschrift) Tabellenziffern sind. Dicktengleiche Tabellenziffern innerhalb einer Schriftfamilie sind selten zu finden und wenn, dann in der Regel in Expertensätzen.
[T] Im Gegensatz zu Tabellenziffern fügen sich Mediävalziffern aufgrund ihrer variierenden Ober- und Unterlängen harmonischer in Fließtexte ein. Sie sind auch innerhalb einer geschlossenen Schriftsatzarbeit besser und somit schneller lesbar.
[T] In Bilanzen, GuV-Tabellen sowie anderen Tabellen sind Mediävalziffern abgesehen von den Zwischensummen ungeeignet, da sie zu unruhig laufen und für das Auge keine optische Grundlinie bilden. Sie sind deshalb innerhalb von Zahlenreihen und -spalten schlecht lesbar. Dafür sind Tabellenziffern besser geeignet.
[T] Auch Bruchziffern unterscheidet man zwischen Mediäval- und Tabellenbruchziffern. Ihre Form sollte immer mit der im Fließtext verwendeten Zifferform synchronisiert werden. [L] Karl Menninger: Zahlwort und Ziffer. Eine Kulturgeschichte der Zahl. Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1979.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 02.08.2010
von Wolfgang Beinert
|
 |