Typolexikon.de : Das Lexikon der westeuropaeischen Typographie : Herausgegeben von Wolfgang Beinert, Berlin.
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Zahlengliederung
Gliederung von Wert-, Gewichts-, Maß- und Telekommunikationsangaben

In der Typographie werden traditionell alphabetische, numerische und alphanumerische Angaben von Werten, Gewichten, Maßen, Formeln und Kommunikationsadressen, welche in der Regel aus einer Antiqua und/oder Arabischen Ziffern bestehen, zur besseren Lesbarkeit gegliedert. Die Gliederung der Normalschriftlaufweite (NSW) zwischen Buchstaben und/oder Ziffern erfolgt durch ein festes Leerraumzeichen (Leertaste) bzw. in der Mikrotypographie durch Spationieren in Geviertschritten.

Bankleitzahl
Die Bankleitzahl (BLZ) steht im stehenden Schriftsatz vor der Kontonummer in oder ohne Parenthesen (Klammern). Einteilung von rechts in eine Zweier-, dann Dreiergruppen. Beispiele: (BLZ 700 500 00) oder BLZ 700 500 00

[T] In den meisten digitalen Eingabemasken (z.B. Homebanking-Formulare) steht die Bankleitzahl nach/unter der Kontonummer des Empfängers. Um Eingabefehler auszuschließen, wird eine Gliederung der Zahlen durch Leerraumzeichen (Leerzeichen) nicht akzeptiert. Gleiches gilt für PIN- und TAN-Eingaben.

Bank-Kontonummer
Die Kontonummer steht im stehenden Schriftsatz nach der Bankleitzahl (BLZ). Bei Bankkonten wird von rechts in Dreiergruppen abgeteilt. Beispiele: Konto 57 798 bzw. Konto 1 213 452. Eine Postgiro-Kontonummern bestehen im stehenden Schriftsatz aus zwei Zahlenteilen, die mit einem Bindestrich (Divis, kein Gedeankenstrich) verbunden werden. Die erste Nummer wird zwei Stellen von rechts abgeteilt. Beispiel: 698 78-345

[T] In den meisten digitalen Eingabemasken (z.B. Homebanking-Formulare) steht die Kontonummer des Empfängers vor der Bankleitzahl. Um Eingabefehler auszuschließen, wird eine Gliederung der Zahlen durch Leerraumzeichen (Leerzeichen) nicht akzeptiert. Gleiches gilt für PIN- und TAN-Eingaben.

BIC (SWIFT)
Der internationale standardisierte Bank Identifier Code (BIC), auch SWIFT-Code (Society for worldwide Interbank Financial Telecommunications
) genannt, dient dazu, Kreditinstitute weltweit eindeutig zu identifizieren. In Europa wird er bei Überweisungen zusammen mit der IBAN angegeben. Der BIC kann aus 8 oder 11 Zeichen bestehen. Er wird weder im stehenden Schriftsatz noch beim Ausfüllen von elektronischen Formularen, z.B. bei einer Online-Überweisung im Internet (Homebanking), gegliedert.

Beispiel:
BIC COBADEHD oder COBADEHD001

Domain
Eine Domain (Host-Angabe) kann sowohl in Majuskeln als auch in Minuskeln geschrieben werden, da die Informatik im WWW zur Zeit noch nicht differenziert. Kleinbuchstaben sind aber die Regel. Das Präfix http:// ist nicht mehr zwingend, außer es handelt sich z.B. um einen FTP-Server. Leerraumzeichen (Leerzeichen), Umlaute, Ligaturen und Akzentzeichen können technisch bedingt nicht implementiert werden, wobei sich diese Rahmenbedingungen gerade in Teilen verändern.

Beispiele:
http://www.beinert.net
www.beinert.net
beinert.net
ftp://beinert.net/download/pressefotos.zip

E-Mail
Eine E-Mail-Adresse kann wie eine Domain groß oder/und klein geschrieben werden, da die Informatik im WWW zur Zeit noch nicht differenziert. Minuskeln (Kleinbuchstaben) sind aber auch hier die Regel. Bei der E-Mail-Adresse ist das @-Zeichen eines von drei Elementen einer E-Mail-Adresse. Es trennt eine benutzer- bzw. verwenderspezifische Kennung von der Host-Angabe (Domain). Leerraumzeichen (Leerzeichen), Umlaute, Ligaturen und Akzentzeichen können technisch bedingt nicht implementiert werden, wobei sich diese Rahmenbedingungen gerade in Teilen verändern. Beispiel: vorname.familienname@domain.de

Geographische Breiten- und Längenangaben (Koordinatensystem der Erde)
Die geographische Breite (Phi) eines Ortes ist der Winkel am Mittelpunkt der Erdkugel, zwischen der Äqauatorebene und dem Erdradius des Ortes, polwärts gezählt von 00° Grad bis 90° Grad. Die geographische Länge (Lambda) eines Ortes ist der sphärische Winkel an den Polen zwischen dem Nullmeridian und dem Ortsmeridian. Der Nullmeridian ist der Längenhalbkreis, auf dem die Sternwarte von Greenwich (London, GB) liegt. Die anderen Meridiane werden durch den Winkel bezeichnet, den sie am Nordpol mit dem Nullmeridian bilden. Sie werden von 000° Grad bis 180° jeweils nach Ost und West gezählt.

Die Koordinaten der geographischen Breite stehen immer vor den Koordinaten der geographischen Länge. 1 Grad (1°) entspricht 60 Minuten (60’) und eine Minute (1’) entspricht 60 Sekunden (60”). Die Breiten der nördlichen (N-Breiten) und südlichen (S-Breiten) Erdhalbkugel sehen grundsätzlich immer vor den Längen der westlichen (westliche Längen) und östlichen (östlichen Längen) Erdhalbkugel. Um eine Verwechslung auszuschließen, werden die Breitengrade zweistellig, die Längengrade dreistellig beziffert. Der Osten wird – auch im deutschsprachigen Raum – grundsätzlich mit E abgekürzt, um eine Verwechslung mit der Ziffer 0 auszuschließen.

Beispiele:
53°57,5’ N 008°01,5’ E
53°57,5’ N oder 53°57’30” N
008°01,5’ E oder 008°01’30” E

IBAN
Die Länge der International Banking Account Number nach ISO 13616 beträgt in Deutschland exakt 22 Stellen, in Österreich 20 Stellen. Sie besteht in Deutschland aus einem 2-stelligen alphabetischen Ländercode (DE), einer 2-stelligen numerischen Prüfzahl (86), der 8-stelligen Bankleitzahl (70150000) und der konstant 10-stelligen Kunden-Kontonummer (0094203609), gegebenenfalls mit vorangestellten Nullen. Die deutsche IBAN wird im stehenden Schriftsatz von links in fünf Vierergruppen und eine Zweiergruppe eingeteilt. Bei der österreichischen IBAN enfällt die Zweiergruppe. Beim Ausfüllen von elektronischen Formularen, z.B. bei einer Online-Überweisung im Internet (Homebanking), wird der IBAN des Begünstigten nicht gegliedert.

Beispiele:
DE86 7015 0000 0094 2036 09
AT61 7601 3000 3574 6811

HRA und HRB | Gerichtsgeschäftszeichen für Handelsregistereintragungen
Die Gerichtsgeschäftszeichen der deutschen Amtsgerichte als Registriergerichte für Handelsregistereintragungen (HRA: Handelsregister Abteilung A für Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften. HRB: Handelsregister Abteilung B für Kapitalgesellschaften) werden nicht gegliedert. Die Kürzel HRA und HRB werden mit einem Leerraumzeichen von der Registernummer getrennt. Die Länge der Nummer und Zahlenfolge ist vom zuständigen Amtsgericht (Registergericht) abhängig. In Deutschland ist es auch üblich, z.B. auf Briefbögen, das Amtsgericht allgemeinverständlich mit AG abzukürzen.

Beispiele:
Amtsgericht Musterstadt HRB 25665
AG Musterstadt HRB 25665

In Österreich wird das Handelsregister als Firmenbuch bezeichnet. Das Firmenbuch wird mit FN abgekürzt. Die Firmenbuchnummer besteht aus einer fünfstelligen Zahl, der als Prüfzeichen ein Kleinbuchstabe folgt. Das Kürzel FN wird mit einem Leerraumzeichen von der Firmenbuchnummer getrennt.

Beispiel:
FN 12345a

Postfachnummern
Postfachnummern werden von rechts in Zweiergruppen abgeteilt. Beispiele: 14 69 oder 35 78 90

Steuernummer
Die Länge der deutschen Steuernummer ist vom zuständigen Finanzamt abhängig. Vor dem Schrägstrich steht der Code für das zuständige Finanzamt, nach dem Schrägstrich der Code für den Steuerpflichtigen. Eine Steuernummer wird nicht gegliedert. Beispiel: 123/12345

Telefonnummern und Telefaxnummern
Telefon- und Telefaxnummern werden in Deutschland traditionell von rechts in Zweiergruppen geteilt werden, die Ortskennzahlen in Parenthesen oder mit Schrägstrich; Nebenstellen hinter einem Divis (kein Gedankenstrich) ohne Leeraumzeichen.

Ortskennzahl und Rufnummer innerhalb Deutschlands:

Beispiele:
(0 89) 33 39 90
0 89/3 42 97-9

Telefonnummern können auch in Dreier- oder Vierergruppen von rechts und die Ortskennzahl (Ortsvorwahl) mit und ohne Punkt gegliedert werden.

Beispiele:
089.333 990
089 333 990
030.2887 5890
0 160.91 363 139
0160.9136 3139

Nach der DIN 5008 wird die Ortskennzahl von der Rufnummer mit einem Leerraumzeichen (Leertaste) getrennt. Ansonsten wird die Rufnummer nicht gegliedert.

Beispiele:
28875890
030 28875890
030 2887589-0

[T] Die DIN 5008, die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung im Büro und Verwaltungsbereich normiert, ist eine Empfehlung des Deutschen Instituts für Normung e.V. für Laien, Schriftstücke lesefreundlich, zweckmäßig und übersichtlich zu gestalten. Es handelt sich hierbei nicht um bindende Vorschriften, typographische Regeln oder gar deutsche Rechtschreibregeln! DIN-Normen im Segment Schrift sind bestenfalls als kleinster gemeinsamer Nenner im alltäglichen Schriftverkehr anzusehen und ersetzten selbstverständlich nicht die professionellen typographischen Regeln.
[T] Phonetisches Gliedern von Telefonnummern ist in manchen Fällen sinnvoll, auch wenn dies traditionellen typographische Regeln widersprechen mag. Allerdings sollten niemals unterschiedliche Gliederungsgruppen in einer Schriftsatzarbeit verwendet werden. Beispiel: 111 88 0

Länder- und Ortskennung für Europa und weltweit im ITU-Telefonnetz:

Bei der Publikation einer Telefonnummer in Europa – und in den meisten Ländern der Welt – stehen zwei Nullen vor der Länderkennung. Bei gleichzeitiger nationaler und internationaler Publikation der Telefonnummer steht die Null der deutschen Ortskennzahl (Ortsvorwahl) in Parenthesen (Klammern) oder sie wird sichtlich durch ein Trennzeichen (z.B. Punkt) abgetrennt. Wird eine Telefonnummer ausschließlich im Ausland publiziert, entfällt die 0.

Beispiele:
0 049 (0)89 333 990 (bei Publikation im In- und Ausland)
0 049.(0)89.333 990 (bei Publikation im In- und Ausland)
0 049.89.333 990 (bei Publikation im Ausland)
0049.89.333 990 (bei Publikation im Ausland)

Weltweite Länderkennung:

Das Pluszeichen (+) vor der deutschen Länderkennung 49, also +49, bzw. +43 für Österreich und +41 für die Schweiz, symbolisiert die Nummernkette zum Zugang vom lokalen Telefonnetz zum internationalen Telefonnetz, die von der » Internationalen Telekommunications Union « (ITU) weltweit einheitlich vergeben wird. Das Pluszeichen ist ein Satzzeichen für 00, das in der Regel auch in Ländern wie Kuba, USA und Kanada als Einwahlnummer in das internationale Telefonnetz verstanden wird. Denn diese Länder wählen sich nicht über 00 in das internationale Telefonnetz ein, sondern über eigene Ziffernfolge vor der Länderkennung. Beispielsweise von New York nach München mit 01149.89.333990.

In der Regel wird das Pluszeichen nur in den Industrienationen verstanden und die meisten Festnetzapparate verfügen über kein Pluszeichen auf ihren Tastaturen. In GSM-Netzen kann allerdings weltweit statt der Nummernkette auch direkt + eingegeben werden.

Beispiele:
+49.(0)89.333 990 (bei Publikation im In- und Ausland)
+49.89.333 990 (bei Publikation im Ausland)

Wird eine deutsche bzw. Schweizer oder österreichische Telefonnummer nur im Ausland publiziert, fällt die Null vor der Ortsvorwahl weg.

Beispiele:
0 049.89.333 990 (Europa und weltweit mit Einschränkungen bei Publikation im Ausland)
+49.89.333 990 (weltweit bei Publikation im Ausland)
+49 89 333990 (nach DIN 5008)

[T] Wird eine Telefonnummer nur innerhalb Europas oder insbesondere nur im deutschen Sprachraum D-A-CH (Deutschland, Österreich, Schweiz) publiziert, so ist die Einwahl 00 dem Pluszeichen vorzuziehen, weil somit Irrtümer bei der Eingabe ausgeschlossen werden.
[T] Wenn man sich für ein Gliederungsformat (z.B. zwei- oder dreistellig) entschieden hat, sollte dieses Format grundsätzlich in einer Schriftsatzarbeit durchgängig verwendet werden.
[T] Wird mikrotypographisch in Geviert gegliedert, sollte vor und hinter dem Trennzeichen nur der halbe Wert eingegeben werden, um die Vor- und Nachbreite des Trennzeichens auszugleichen.

Telexnummern und Postleitzahlen
Telexnummern und Postleitzahlen werden nicht abgeteilt. Beispiele: Telex 0988878 und 10117 Berlin

Umsatzsteueridentifikationsnummer
Die Umsatzsteueridentifikationsnummer beträgt in Deutschland und Österreich exakt 11 Stellen. Sie besteht aus einem 2-stelligen alphabetischen Ländercode (DE oder AT) und einer 9-stelligen Zahl. Eine Umsatzsteueridentifikationsnummer wird nicht gegliedert. Beispiele: In Deutschland USt-IdNr. DE123456789 und in Österreich UID-Nr. AT123456789

Uhrzeit
Die Uhrzeit wird im deutschsprachigen Raum in 24stündiger Zählweise geschrieben (in den USA in 12stündiger Zählweise mit dem Zusatz a.m oder p.m.). Vor dem Gliederungszeichen stehen die Stunden, danach die Minuten. Den Stunden 1–9 wird keine 0 vorangestellt, jedoch den Minuten 1–9. Das Gliederungszeichen kann frei gewählt werden, jedoch ist ein Punkt oder Doppelpunkt gebräuchlich.

Beispiele:
9.10 Uhr
9.05 Uhr
23.12 Uhr
12:05 Uhr
8:09 Uhr

09:05 Uhr (DIN 5008)

[T] Die DIN 5008, die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung im Büro und Verwaltungsbereich normiert, ist eine Empfehlung des Deutschen Instituts für Normung e.V. für Laien, Schriftstücke lesefreundlich, zweckmäßig und übersichtlich zu gestalten. Es handelt sich hierbei nicht um bindende Vorschriften, typographische Regeln oder gar deutsche Rechtschreibregeln! DIN-Normen im Segment Schrift sind bestenfalls als kleinster gemeinsamer Nenner im alltäglichen Schriftverkehr anzusehen und ersetzten selbstverständlich nicht die professionellen typographischen Regeln.

Werden Stunden, Minuten und Sekunden genannt, so sollte grundsätzlich den Ziffern 1–9 eine Null vorangestellt werden.

Beispiele:
02:05:03
10:45:09

Wird eine Uhrzeit von/bis angegeben, kann diese mit einem Gedankenstrich (kein Divis) abgekürzt werden. Das Wort » Uhr « wird nur einmal hintenangestellt.

Beispiele:
von 17:45 bis 18:00 Uhr
17:45–18:00 Uhr

[T] Das Wort » Uhr « kann auch mit dem Einzelzeichen » h « für » hora « (lat. die » Stunde «) abgekürzt werden. Z.B. 8:09 h.

Wertangaben, Gewichtsangaben und Maßangaben
Wert-, Gewichts- und Maßangaben werden von rechts in Dreiergruppen abgeteilt. Vierstellige Zahlen bleiben ungeteilt. Anstelle eines Leeraumzeichens (Leerzeichens) kann auch mit einem Punkt unterteilt werden.

Beispiele:
1234 km
19 678 kg
19.678 kg
324 453 m
9 098 987 EURO
23 554 789 987 g

[T] In Tabellen, beispielsweise GuV oder Bilanzen, sollten vierstellige Zahlen auch gegliedert werden. Bei Geschäftsberichten konsequenter Weise dann auch innerhalb der
Grundschriftpassagen.
[T]
In digitalen Eingabemasken elektronischer Benutzeroberflächen (z.B. Homebanking, PC-Datenbanken etc.) werden in der Regel Gliederungszeichen und Leeraumzeichen bei der Eingabe von Werten im Sinne der Fehlerminimierung nicht akzeptiert. Dies ist im Sinne der Informatik sehr sinnvoll, gilt aber nur für dynamische Eingabeformulare bzw. Eingabemasken und nicht für den stehenden Schriftsatz!

Aufsatz zuletzt bearbeitet am 02.12.2009
von
Wolfgang Beinert




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Quelle: © Wolfgang Beinert, Typolexikon.de, Das Lexikon der westeuropäischen Typographie
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