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Zierschriften
1. Typographischer Terminus für » Designer Fonts «, die im Sinne der typographischen Schriftklassifikation überwiegend auf der Typometrie der Antiqua basieren und deren Klassifikationsmerkmale nicht eindeutig zuordenbar sind. Eine Zierschrift stellt im Sinne der klassischen Lesetypographie keine innovative Bereicherung des Alphabets dar, da in ihrer Formgebung der grafische Entwurf und nicht die Ästhetik im Sinne der Lesbarkeit im Vordergrund steht. Sie werden deshalb überwiegend in der Gebrauchstypographie (Werbetypographie) und in der Kunsttypographie (Typo-Design) meist in großen Schriftgraden als Headlines, Trend- und Schmuckschriften bzw. als Gestaltungselemente verwendet. Oft verfügen Zierschriften nur über ein oder zwei Figurenverzeichnisse. Verbindliche Klassifikationsmerkmale für Zierschriften existieren nicht. Der Übergang zu anderen Unter- und Nebengruppen ist grenzenlos.
2. Hauptschriftgruppe 5 des Schriftklassifikatitonsmodells Matrix Beinert für das Electronic Publishing, in welcher Display-Schriften, Decorative, Schreibmaschinen-, Hand- und Schreibschriften zusammenfasst werden.
Klassifikationsbeispiel einer digitalen Schreibschrift (Poppl-Exquisit):
- HAUPTGRUPPE: Zierschriften
UNTERGRUPPE: Script, Bleisatz Schönschreibschriften [Metal Type]
SCHRIFTBEZEICHNUNG / FONTNAME: Poppl-Exquisit
SCHRIFTSTIL / SCHRIFTSCHNITT: Halbfett
FIGURENVERZEICHNIS: USA, PC/Windows
FONT FOUNDY: H. Berthold AG, BE 1983
TECHNOLOGY: TrueType
TYPE DESIGNER: Poppl, Friedrich
Klassifikationsbeispiel einer digitalen Designer-Schrift (Blur):
- HAUPTGRUPPE: Zierschriften
UNTERGRUPPE: Display Weichzeichner [Blur]
SCHRIFTBEZEICHNUNG / FONTNAME: Blur
SCHRIFTSTIL / SCHRIFTSCHNITT: Light
FIGURENVERZEICHNIS: Mitteleuropa (nach ISO), Mac
FONT FOUNDY: Fuse, 1991
TECHNOLOGY: PostScript 1
TYPE DESIGNER: Brody, Neville
[T] Bis zum Ende des materiellen Schriftsatzes in den 1970er Jahren konnten handelsübliche Schriften relativ einfach klassifiziert und in Gruppen eingeteilt werden. Dies ist seit dem optomechanischen Schriftsatz (Fotosatz) und insbesondere seit Beginn der digitalen Typographie (Fonts) nicht mehr oder nur zum Teil möglich. Zu viele Varianten und Mischformen sind existent. Einheitliche Formmerkmale sind nicht mehr konkret nachweisbar und es ist nahezu unmöglich geworden, Antiquaschriften kunstgeschichtlich zuzuordnen.
Aufsatz zuletzt bearbeitet am 08.01.2007
von Wolfgang Beinert
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